Ausgleichsmaßnahmen 2006 – wir fördern Klimaeffizienz in EritreaAls Ausgleichsmaßnahme für unsere Emissionen unterstützen wir ein Projekt zur Verbreitung effizienter KochöfenArt des ProjektsEnergieeffizienz auf Verbraucherseite in einer ländlichen Region. Art der ZertifikateVER (sogenannte „verified emission reductions“, also zertifzierte CO2-Einsparungen) QualitätsstandardDas Projekt findet im Rahmen der Kiotomechanismen statt. Es ist ein Beitrag zur Reduktion globaler Treibhausgasemissionen. Die Maßnahme wurde als kleines CDM-Projekt validiert (CDM steht im Kontext des Kiotoprotokolls für umweltfreundliche Entwicklungshilfe). 700 Tonnen VER aus diesem Projekt wurden zum Ausgleich der CO2-Emissionen aus dem Jahr 2006 von der Münchener Rück Stiftung erworben. Das Projekt ist eine Ergänzung der bestehenden Aktivitäten der Münchener Rück Stiftung in Eritrea.Hintergrund des ProjektsDie Einwohner Eritreas verwenden zum Kochen traditionell so genannte Mogogo-Öfen. Wegen ihrer geringen Energieeffizienz verbrauchen diese traditionellen Lehmöfen unnötig viel Brennholz. Pro Haushalt könnten hier mindestens 50 % des jährlichen Biomasse-Energieverbrauchs eingespart werden. Aus diesem Grund hat eine staatliche Behörde eine verbesserte Version des Ofens entwickelt. Die Nutzung der Mogogo-Öfen ist tief in der einheimischen Kultur verwurzelt. Somit ist es unwahrscheinlich, dass kurzfristig ein Umstieg auf alternative Technologien erfolgt. Ziel des Projektes ist es, in den Dörfern nach und nach die traditionellen, ineffizienten Öfen durch neue, energiesparende Öfen zu ersetzen. Dadurch will man den Brennholzverbrauch deutlich reduzieren und damit auch die Emissionen senken. Im Rahmen des Projekts wird ein Programm umgesetzt, mit dem die Verbreitung der verbesserten Öfen gefördert werden soll. Es umfasst die Schulung örtlicher Handwerker, die Aufklärung der Bevölkerung in Haushalts- und Gesundheitsfragen und die Förderung der Verbreitung von Zubehör wie Feuerrosten, Rauchabzügen und Regenhauben. Das Fehlen dieser Komponenten stellt sogar das Haupthindernis für den Bau der neuen Öfen dar. Die nicht vor Ort anfallenden Ausgaben sollen durch die Einnahmen aus dem Verkauf der VERs gedeckt werden. Nachhaltige VerbesserungenZusätzlich zu den Emissionseinsparungen bringt das Ofenprojekt weitere nachhaltige Vorteile. Beispielsweise leiden viele Menschen unter Atemwegs- und Augenerkrankungen, weil die traditionellen Öfen Konstruktionsfehler aufweisen. Das Projekt spart Energiekosten und Arbeitszeit (für das Sammeln von Brennholz) und erzeugt damit indirekt zusätzliche Einnahmen, von denen insbesondere die ärmsten Haushalte profitieren. Damit leistet das Projekt einen spürbaren Beitrag, die Armut in einem der am wenigsten entwickelten Länder der Erde zu mindern. Zudem wird weniger Biomasse geerntet, um Brennholz zu gewinnen, was dazu beiträgt, den hohen Entwaldungsdruck zu senken. In den letzten vierzig Jahren sind bereits über 50 Prozent der Waldflächen verschwunden. Ziel des Projektes ist es, durch die Erbringung moderner Energiedienstleistungen den Lebensstandard der ländlichen Bevölkerung in Eritrea zu verbessern und gleichzeitig die Umwelt zu schützen. Innerhalb von fünf Jahren wird das Projekt Emissionsreduktionen von 27.868 Tonnen CO2e generieren. |