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Dr. F. Kayode Salau, Thomas Loster, Dr. Martin Held
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Rund 70 Teilnehmer besuchten die Veranstaltung
01Dr. F. Kayode Salau, Thomas Loster, Dr. Martin Held
02Rund 70 Teilnehmer besuchten die Veranstaltung

Ein „Global Deal“ zu Klimaschutz und Armutsbekämpfung

Zusammenfassung der Tagung „Klimawandel und Gerechtigkeit“ in Tutzing

Faire Klimapolitik muss einen Ausgleich der Interessen unterschiedlicher Länder verfolgen. Welche Entwicklungschancen und Anpassungsmöglichkeiten sich daraus ergeben, haben rund 70 Teilnehmer auf der Tagung „Klimawandel und Gerechtigkeit“ diskutiert. Im Mittelpunkt der Veranstaltung, die Ende Mai 2008 von der Münchener Rück Stiftung zusammen mit der Evangelischen Akademie Tutzing und InWEnt (Unternehmen für Internationale Weiterbildung und Entwicklung) abgehalten wurde, standen Konzepte, die eine Reduktion von Treibhausgasen mit nachhaltiger Entwicklung in Einklang bringen.

Nicht nur unter Wissenschaftlern herrscht mittlerweile breiter Konsens, dass die vom Menschen verursachten Treibhausgase zum Anstieg der Erdtemperatur beitragen. So hat sich der Kohlendioxid-Gehalt in der Atmosphäre seit 1750 um mehr als ein Drittel erhöht, die mittlere globale Temperatur stieg seit Beginn der Wetteraufzeichnungen um fast 0,8 Grad. Dabei galt bislang die Formel: Wer am meisten Treibhausgase in die Luft bläst, profitiert wirtschaftlich am stärksten. Deshalb hat sich in die Köpfe vieler Menschen eingebrannt, dass Wohlstandsvermehrung nur mit mehr Treibhausgasemissionen zu erzielen ist.

Der Zielkonflikt zwischen Klimaschutz und Wirtschaftswachstum ist somit zu einem zentralen Problem in den Verhandlungen über internationale Klimaabkommen geworden. Global müssen die Menschen bis 2050 den Ausstoß gegenüber dem Jahr 2000 jedoch um ganze 80 Prozent senken, um den weiteren Temperaturanstieg der Atmosphäre auf maximal zwei Grad zu begrenzen – ein Niveau, das aus Sicht der Wissenschaft gerade noch vertretbar ist. Dies bedeutet eine Senkung der durchschnittlichen Emissionen pro Kopf von rund fünf auf zwei Tonnen.

Drei Viertel der energiebedingten Emissionen von Treibhausgasen zwischen 1850 und 2004 haben die Industrieländer verursacht, der Rest geht auf das Konto von Entwicklungsländern. Berücksichtigt man jedoch auch Emissionen, die auf einer veränderten Landnutzung wie z.B. Abholzung und Landwirtschaft beruhen, so kann sogar rund die Hälfte der Emissionen den Entwicklungs- und Schwellenländern zugeschrieben werden. „Insgesamt sind die Reichen die wichtigsten Verursacher, egal aus welchem Land“, fasste Prof. Margareta Kulessa, Ökonomin an der Fachhochschule Mainz und Mitglied im Wissenschaftlichen Beirat der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen (WBGU), die Situation in ihrem Einstiegsvortrag zusammen.

„Ungebremster Klimawandel ist gefährlich“, warnte Ottmar Edenhofer, Chefökonom des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK). Sobald eine bestimmte mittlere Erdtemperatur überschritten sei, könnten wichtige Prozesse im Klimasystem „kippen“ und von da an unwiederbringlich anders ablaufen. So könnte beispielsweise das Amazonasgebiet austrocknen und schnell von einer CO2-Senke zu einer -Quelle werden. Zudem bestehe die Gefahr, dass das schnelle Abschmelzen von Gletschern in einigen Ländern wie China zu Wasserknappheit führt. Die Wissenschaft geht davon aus, dass sich diese „Kippschalter“ umlegen, wenn die Atmosphärentemperatur ausgehend vom jetzigen Niveau um deutlich mehr als 2°C steigt.

                                                                                  
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