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Johannes Wallacher, Harald Lesch, Saleemul Huq, Ottmar Edenhofer
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Ottmar Edenhofer
01Johannes Wallacher, Harald Lesch, Saleemul Huq, Ottmar Edenhofer
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Klimawandel und Gerechtigkeit - Wir brauchen einen fairen Deal!

In der Diskussionsreihe „Die Erde steht Kopf – für eine neue Weltrisikogemeinschaft“ der Allianz Kulturstiftung, der Münchener Rück Stiftung, der Münchner Kammerspiele und der Süddeutschen Zeitung erklärten Experten aus Nord und Süd am 24. Januar 2010 gangbare Energiepfade für eine faire Entwicklung in der Klimapolitik.

Podiumsteilnehmer:
Ottmar Edenhofer, Entwickler eines gerechten und nachhaltigen Weltenergiepfads, Leiter der IPCC WG III, Chefökonom des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung, Potsdam
Saleemul Huq,  Experte für globalen Klimawandel und Entwicklung/Armutsbekämpfung, IPCC Lead Author, International Institute for Environment and Development, London
Johannes Wallacher, Ethiker, Globalisierungsexperte, Professor für Sozialwissenschaften und Wirtschaftsethik an der Hochschule für Philosophie, München

Moderation:
Harald Lesch, Professor für Astronomie und Astrophysik an der LMU München, Wissenschaftsmoderator (u.a. BR, ZDF)

Gerade nach dem gescheiterten Weltklimagipfel COP 15, der im Dezember 2009 in Kopenhagen stattfand, hat das Thema „Klimawandel und Gerechtigkeit“ eine höhere Aktualität denn je. Die Industriestaaten sind die Hauptverursacher des menschengemachten Klimawandels der Neuzeit. Die Armen in den Entwicklungsländern werden dagegen besonders stark von seinen Auswirkungen betroffen. Sie sind zudem viel weniger in der Lage, sich an die veränderten Umweltbedingungen anzupassen. Dieses gewaltige, weltweite Ungerechtigkeitsproblem beinhaltet Konfliktpotenzial - die internationale Klimapolitik muss sich der Frage globaler Fairness stellen. Wir brauchen rasch einen gültigen und anerkannten Energiefahrplan, einen „Global Deal“, der die Klimaerwärmung auf ein beherrschbares Maß begrenzt und gleichzeitig realistische Handlungs- und Entwicklungsmöglichkeiten für arme Länder schafft. Jeder, ob arm oder reich, muss zum Klimaschutz beitragen. Und wenn Nutzen und Pflichten gerecht verteilt sind, besteht die realistische Chance auf eine gemeinsame Zukunft für alle Gesellschaften, Länder und Kulturen.

Edenhofer, Huq und Wallacher stellten sich auf der Sonntagsmatinee diesen drängenden Fragen. Unter der Leitung von Harald Lesch zeigte die Diskussion ganz klar: mit dem Scheitern von Kopenhagen sind wir sehr weit von einem einvernehmlichen Abkommen, einem „Global Deal“ entfernt. Edenhofer erklärte, dass neben der Blockadehaltung der „G2“, USA und China, auch die fehlende Verantwortungsübernahme und Vorbildfunktion Europas zu dem ernüchternden Resultat geführt hat. Es ist nun an der Zeit, verstärkt in technologische Maßnahmen zu investieren. Huq machte darüber hinaus deutlich, dass selbst das 2 Grad Ziel, auf welches im Ergebnisprotokoll von Kopenhagen verwiesen wird, für Millionen Menschen auf niedrig gelegenen Inseln und in Küstenregionen eine Katastrophe bedeutet. Hier müssten unbedingt weitere Anpassungsstrategien gefördert werden. Für Wallacher hat Kopenhagen erneut bewiesen, dass im Kampf gegen den Klimawandel die Initiative nicht ausschließlich von der internationalen Politik ausgehen kann. Vielmehr muss gesamtgesellschaftlich in allen Teilen der Welt ein Umdenken stattfinden. Wenn uns das gelingt und wir die Herausforderungen interdisziplinär anpacken, haben wir eine Chance auf eine zukunftsfähige Entwicklung.

05. Februar 2010

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