3 Fragen an Thomas Loster: Die Ergebnisse des Klimagipfels von Durban – top oder flop?Am 10. Dezember endete der 17. Weltklimagipfel in Durban, Südafrika. Wieder ist es nicht gelungen, verbindliche Abkommen zur Eindämmung globaler Emissionen zu vereinbaren. Umweltverbände sprechen von einem Flop. Wir sprachen mit Stiftungsgeschäftsführer Thomas Loster in und nach Durban. Herr Loster, der Klimagipfel ist vorbei und die Ergebnisse sind ernüchternd. Wie bewerten Sie die Ergebnisse. War COP 17 ein voller Misserfolg? Thomas Loster: Jein. Natürlich ist es schade, dass die Staatengemeinschaft wieder nicht in der Lage war, ein wirkungsvolles Nachfolgeabkommen für das Kyoto-Protokoll zu beschließen, das ja nächstes Jahr ausläuft. Auf der anderen Seite gab es auf der Arbeitsebene im Bereich der Anpassung sehr viele gute Entwicklungen, die auch für unsere Arbeit relevant sind. Welche guten Entwicklungen meinen Sie? Thomas Loster: Bei den Klimaverhandlungen geht es im Großen und Ganzen um zwei Themen: die Emissionsbegrenzung (Mitigation) und die Anpassung an den Klimawandel (Adaptation). Im Bereich der Mitigation ist das Ergebnis des Klimagipfels ernüchternd und fatal, weil wir nicht bis 2020 warten können – wertvolle Zeit wird vergeudet. Aber: Die Münchener Rück Stiftung setzt sich seit jeher für vorbildhafte und multiplizierbare Anpassungsprojekte ein. In Durban wurde beschlossen, das wichtige „Loss and Damage”-Programm mit Nachdruck zu verfolgen. Darin sollen Schadenpotenziale, Risikotransfer und Rehabilitationsmöglichkeiten näher untersucht werden. Auch Mikroversicherung ist ein Thema. Daneben wurden Initiativen und Netzwerke gestärkt, die für unsere Arbeit und die Menschen im Risiko sehr relevant sein können. Großer Nutzen trotz der mauen Ergebnisse also? Thomas Loster: Unsere Arbeit setzt sich schwerpunktmäßig mit Katastrophenvorsorge, Risikobewusstsein und Mikroversicherung auseinander. Die Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) hat in Durban unser Mosambik-Flutwarnprojekt als best-practice vorgestellt. Für Bangladesch, einem unserer künftigen Partnerländer, wurde ein Fachnetzwerk präsentiert (Climate and Development Knowledge Network, CDKN), mit dem wir kollaborieren können. Es ist falsch, bei Klimagipfeln immer nur auf das ganz große Protokoll zu schielen. Die COPs bringen auch immer wieder wichtige Arbeitsprogramme hervor, die großes Potenzial haben und die den Menschen in den vom Klimawandel betroffenen Ländern zugutekommen. 12. Dezember 2011 |