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Im Rahmen des TCP-Projekts wurde am Fluss Revue am Oberlauf des Búzi ein automatischer Pegelmesser installiert. Das vereinfacht die Datenerfassung erheblich.
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Die Flüsse  Chire und Sambesi liegen im Norden von Mosambik. Ende 2010 wurde dort mit dem Aufbau von Flutwarnsystemen begonnen.
01Im Rahmen des TCP-Projekts wurde am Fluss Revue am Oberlauf des Búzi ein automatischer Pegelmesser installiert. Das vereinfacht die Datenerfassung erheblich.
02Die Flüsse Chire und Sambesi liegen im Norden von Mosambik. Ende 2010 wurde dort mit dem Aufbau von Flutwarnsystemen begonnen.

Katastrophenvorsorge in Mosambik – unser Flutwarnsystem wird ausgebaut

Die Flutwarnsysteme im Zentrum von Mosambik wurden 2011 weiter konsolidiert. Sie sollen schon bald an Regierungsbehörden übergeben und von dort betreut werden. Nun wird das System auch im Norden des Landes in gefährdeten Regionen installiert. Die ersten wesentlichen Schritte sind geschafft.

In den Regenzeiten  2008 und 2009 kam es auch im Norden von Mosambik zu schweren Überflutungen. Flüsse wie der Sambesi oder der Chire, der im Grenzgebiet zu Malawi liegt, traten über die Ufer. Die Wassermassen forderten Todesopfer und vernichteten Teile der Ernte. Die lokale Bevölkerung war aufgrund des Fehlens eines Hochwasserwarnsystems dort nicht auf die Überschwemmungen vorbereitet.
 
Unsere Partner in Mosambik von GIZ/IP Consult konnten nun unser Flutwarnsystem von den Flüssen Búzi und Save auf die gefährdeten Flussgebiete im Norden des Landes ausdehnen. Die Finanzierung wurde mit Mitteln des Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit (BMZ) realisiert. Gelder für die Anpassung an den Klimawandel (Fast-Start-Finance-Beschluss des  Weltklimagipfels in Kopenhagen 2009) wurden zielgerichtet eingesetzt.
 
Konsolidierung der Flutwarnung in Zentralmosambik
Unser Ziel ist es, die Flutwarnsysteme am Búzi und Save in Zentralmosambik weiter zu konsolidieren und an die Behörden zu übergeben (Ownership). Deshalb wurden 2011 sieben lokale Entscheidungsträger (Distrikt-Administratoren) eingebunden, um den Formalisierungsprozess der Frühwarnsysteme voranzutreiben. Ein Gesetzesvorschlag soll die Flutwarnung auf eine höhere politische Ebene heben (Institutionalisierung). Doch auch in den Kommunen wurde weiter gearbeitet: die kleineren Flüsse Gorongosa und Revue wurden in das Warnsystem eingebunden. In einem Kooperationsprojekt mit Brasilien (Technical Cooperation Project TCP) wurden Wetterstationen und Pegelmesser eingerichtet, um das hydrometeorologische Monitoring und die Wettervorhersage zu verbessern.
 
Ausbau im Norden
Flutwarnung kann auch im Norden organisiert werden, allerdings ist die Umsetzung dort ungleich schwieriger. Der Rio Chire ist auch Grenzfluss zu Malawi, zudem müssen mehrere dezentral organisierte Distrikte in Mosambik in das Risikomanagement eingebunden werden, was Beschlüsse und Anordnungen erschwert.
 
2011 hat der mosambikanische Ministerrat wegen der kritischen Hochwassersituationen im Frühjahr für die Hauptflussgebiete des Landes – einschließlich Sambesi und Chire im Norden – die kritische Gefahrenstufe „rot–institutionell“ deklariert. Diese Weichenstellung kam zur richtigen Zeit, denn die Risikosituation hat sich in den vergangenen Jahren verschärft. In letzter Zeit traten zunehmend Extremereignisse auf, die teilweise in Zusammenhang mit dem Klimawandel stehen können:

  • Zunahme von Hitzewellen und dadurch ausgelöste Dürren während der Anbauperioden von September bis November,
  • späterer Beginn der Regenzeit bei einer Zunahme der Niederschlagsvariabilität und
  • eine höhere Frequenz und Intensität von Zyklonen, deren Starkniederschläge extreme Überschwemmungen auch im Landesinnern verursachten.

Nun soll nach und nach das am Rio Búzi entwickelte Hochwasserwarnmodell (lokaler Name SIDPABB) am Sambesi und Chire aufgebaut werden. Mit Hilfe der „Fast-Start-Finanzierung“ konnten die ersten Schritte realisiert werden.
 
An den Flüssen gründeten sich Katastrophenvorsorge-Komitees. In Morrumbala, Mutarara und Mopeia (alle im Distrikt Zambezia) wurden Mess-, Sende- und Empfangsstationen eingerichtet. Zudem erstellten die Projektpartner mit der der betroffenen Bevölkerung zusammen Risikokarten für den Rio Chire. Sie zeigen kritische Zonen auf (Besiedelung, Ackerflächen, Vulnerabilitätsabschätzungen und große Überschwemmungen der Vergangenheit). In Regenphasen ermitteln Freiwillige regelmäßig den Wasserstand und übermitteln die Ergebnisse per Funk an ein Auswertezentrum in Caia (Distrikt Sofala). Die ersten Bewährungsproben sind bestanden.
 
Nächste Schritte
Als nächster Schritt soll das Analyse- und Prognosezentrum von Caia (südlich des Sambesi) nach Mutarara im Distrikt Morrumbala verlegt werden. Damit käme das Kernstück des Hochwasserwarnsystems in das Zentrum der Gefahrenzone, was die Koordination vor Ort deutlich erleichtern würde.
 
Das Hochwasserwarnsystems am Chire (lokaler Name SIDAP) muss konsolidiert und auf den Oberlauf des Flusses  - damit auf die malawianischen Gefährdungszonen - ausgedehnt werden. Dieser überregionale Prozess wird für alle Beteiligten eine Herausforderung darstellen.
 
Wichtig ist auch, weitere Strategien zur Anpassung an den Klimawandel zu entwickeln und Konzepte pilothaft umzusetzen. Erfahrungen auf Gemeindeebene sind dabei ein wichtiges Kernstück. Endziel muss die Ausweitung der Flutwarnung auch auf den Süden Mosambiks sein. Die Verbesserung der Flutwarnung in ganz Mosambik ist nicht nur ein wünschenswertes Ziel, das Land könnte demonstrieren, dass Anpassung an den Klimawandel auch in einem der ärmsten Ländern der Erde möglich ist.

Katastrophenvorsorge

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Kontakt

> Thomas Loster