Flutrisiko am Rio Save – ein neues Warnsystem entstehtProjektentwicklungen Oktober 2007 bis Juni 2008Mit den Erfahrungen vom Búzi wurde nun ein weiteres Flutwarnsystem in Zentralmosambik errichtet. Jetzt sind auch die Menschen am Save bestens für die Regensaison gewappnet.Das Flutwarnsystem am Fluss Búzi hat in der Regenperiode 2007/2008 wieder gut funktioniert. Zwei Flutwellen trafen im Dezember 2007 einige Gemeinden am Fluss, unter anderem wurde eine große Zuckerfabrik überschwemmt. Wie schon im Frühjahr 2007 bei Zyklon Favio wurde frühzeitig gewarnt - die Bevölkerung konnte sich rechtzeitig in Sicherheit bringen. Dabei ist besonders positiv zu bewerten, dass Schlauchboote von Rettungsdiensten dieses Mal erst gar nicht eingesetzt werden mussten. Staatspräsident Amando Guebuza beurteilte unser Hochwasserwarnsystem SIDPABB sehr positiv und empfahl den Einsatz auch in anderen Wassereinzugsgebieten des Landes. Am Save haben wir mit unseren Partnern vor Ort bereits 2007 mit dem Aufbau eines zweiten Warnsystems begonnen. Ziel des Projektes ist zu zeigen, dass unser Flutwarnsystem übertragbar ist. Am Rio Save ist eine andere Ausgangslage gegeben. Die Gefahr für die Risikogebiete am Unterlauf geht hier vor allem von der exzessiven Bewässerungslandwirtschaft im Ursprungsland des Flusses in Zimbabwe aus. Dort wird der Fluss durch Deiche und Dämme reguliert. Die Pegelstände am Oberlauf müssen beim Eintritt in Mosambik genau bekannt sein, wenn die Überschwemmungsgefährdung in den Risikogebieten am Unterlauf realistisch abgeschätzt werden soll. Deswegen wurden in Massangena, gleich hinter der Landesgrenze, gute Pegelmesser eingerichtet. Der offizielle Startschuss für den Aufbau des Systems wurde durch den Distriktadministrator in Machanga und Govuro bereits am 15. November 2007 gegeben. Von da an galt es, in enger Partnerschaft mit den Administratoren, lokalen Vertretern in den Katastrophenkomitees sowie mit Meteorologen in Vilankulo und Caia die Ziele des Projekts zu verwirklichen. Arbeiten am Save Fortbildungskurse mit Lehrern, Katastrophenbeauftragten, Religionsführern und der lokalen Jugendorganisation AJOAGO, die in verschiedenen Gemeinden durchgeführt wurden, dienten zum einen dem Aufbau notwendigen Wissens, zum anderen konnten darüber weitere Freiwillige erreicht werden. So kann das Warnsystem besonders effektiv gestaltet werden. Gute Kommunikation über Funk ist ein Kernelement des Warnsystems. Der Aufbau von Antennen und Funkstationen wurde im Juni 2008 abgeschlossen. Nun können die Menschen in sechs Hauptstandorte über eine einheitliche Frequenz täglich Daten und andere wichtige Informationen austauschen. Von Massengena aus, wo die Pegelstanddaten aufgezeichnet werden, verläuft der Datentransfer zunächst in die Provinzhauptstädte Inhambane und Beira. Dort werden die Messungen analysiert. Im Ernstfall werden Warnmeldungen in die Überschwemmungsgebiete Machanga und Govuro am Save geschickt. Erste Simulationsübungen mit den lokalen Katastrophenkomitees dort waren bereits im Herbst 2007 durchgeführt worden. In der verbleibenden Projektphase geht es darum, über Schulungen ein breites Verständnis für das Flutwarnsystem zu schaffen. Abstimmungsgespräche zwischen den Behörden (Meteorologisches Institut, Wasser-, Katastrophenschutzbehörde) stellen sicher, dass das Warnsystem am Save (SIDPARS), wie das existierende Frühwarnsystem am Búzi, Vorbildcharakter erhält. Lesen Sie den detaillierten Bericht rechts im Download-Bereich. 22. Juli 2008 |