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Sommerakademie 2009 - Diskussionen
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20 Studenten aus 13 Ländern kamen zu der Sommerakademie 2009
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0220 Studenten aus 13 Ländern kamen zu der Sommerakademie 2009

2009 Summer Academy on social vulnerability

Tipping points in humanitarian crises

26. Juli – 1. August 2009 auf Schloss Hohenkammer

Die Sommerakademie gibt Impulse für die Vulnerabilitätsforschung. Ziel ist es, bestehende Lücken in Wissenschaft, Politik und Praxis zu behandeln und gemeinsam Lösungsansätze zu entwickeln. Dabei arbeiten Experten aus Industrie-, Schwellen- und Entwicklungsländern eng zusammen. Die Akademie 2009 baute inhaltlich auf den Ergebnissen der vorangegangenen Jahre auf. 2008 hatten die Absolventen ein Politikpapier zum Thema umweltbedingte Migration verfasst.

Sommerakademie 2009
 
Dieses Jahr beschäftigten sich 20 Jungwissenschaftler aus aller Welt (unter anderem Äthiopien, Südafrika, Kamerun, Japan, Indien, Neuseeland und Indonesien) und sechs unserer sieben Lehrstuhlinhaber (MRF-UNU Chair on Social Vulnerability) mit dem Zusammenspiel von  Klimawandel und möglichen humanitären Krisen. Das Konzept der „Tipping Points“, das jene Kippschalter beschreibt, die Krisen auslösen können, muss besser verstanden und in der Klimaforschung berücksichtigt werden.

Vom Wissen in die Praxis
   
Der diesjährige Akademieleiter, Prof. Tom Downing vom Stockholm Environment Institute (Oxford) legte großen Wert auf neue, interaktive Lehrmethoden, die es den Teilnehmern ermöglichen, sich nicht nur wissenschaftlich, sondern auch gruppendynamisch  zu entwickeln. Um dieses Ziel zu erreichen, wurde den Doktoranden eine besonders realitätsnahe Aufgabe unter Zeitdruck in Form einer Simulationsübung gestellt. Die Absolventen mussten ein Gremium des Weltklimarats IPCC davon überzeugen, „Tipping Points in Humanitarian Crises“ als Bestandteil des kommenden 5. Sachstandbericht anzuerkennen. Dafür wurden mehrere Instrumente entwickelt, darunter ein „Scoping Paper“, überzeugende Kurzpräsentationen sowie eine Pressemeldung. Die sehr unterschiedlichen wissenschaftlichen Blickwinkel  der Teilnehmer aus verschiedensten Disziplinen – von Anthropologie über Ökonomie bis hin zur Geographie - mussten in kompakten Arbeitssitzungen zusammengeführt werden. Einzelne Gruppen tagten bis spät in die Nacht.

Den Höhepunkt bildete eine große Abschlusspräsentation, die von Seniorprofessoren unter der Leitung von Prof. Susan Cutter (University of South Carolina) und einem externen Experten der UN-ISDR (International Strategy on Disaster Reduction), Genf, abgenommen wurde. Die Akademieteilnehmer präsentierten ein  prägnantes und in sich schlüssiges Konzept. Ein Novum bildete ein neues Instrument, der „Krisensystemansatz“ (hot systems approach). Dieser erleichtert es, Krisen und Verwerfungen bereits in ihrer Genese zu verstehen. Wenn die vielfältigen Ursachen in ihren systemischen Zusammenhängen betrachtet und überwacht werden, können Symptome rascher richtig eingeordnet werden.
Im Nachgang sollen nun die erarbeiteten Grundlagen wissenschaftlich fundiert und weiter entwickelt werden.

München, 05.08.2009