Sommerakademie 2011 Klimawandel und fragile Staaten: neue Überlegungen zur AnpassungInformationen zur SommerakademieDie Sommerakademie verfolgt das Ziel, Doktoranden mit erfahrenen Wissenschaftlern, Professoren und internationalen Experten der Universität der Vereinten Nationen und der Münchener Rück Stiftung an einen Tisch zu bringen, um im Bereich Klimawandel und soziale Verwundbarkeit den Austausch in Forschung und Lehre zu fördern. Sie bietet hochtalentierten Studenten in Graduiertenprogrammen weltweit die Möglichkeit, gemeinsam mit Experten Leitlinien für die Anpassung in schwachen und vom Klimawandel zusätzlich betroffenen Staaten zu erarbeiten. Die Sommerakademie bietet den Teilnehmern ein interaktives Forum mit Workshops, Seminaren, Diskussionen, Fallstudien, Gruppenarbeit und Impulsreferaten. Die Ergebnisse werden in einem aussagefähigen Bericht dokumentiert, von dem Wissenschaft und Politik gleichermaßen profitieren. Darüber hinaus stehen den teilnehmenden Jungwissenschaftlern die Ergebnisse natürlich für die eigene Forschungsarbeit und für Veröffentlichungen zur Verfügung. Die Akademie findet vom 18. bis 22. Juli 2011 im historischen Schloss Hohenkammer in der Nähe von München statt. Den Vorsitz der Tagung führt Prof. Mohamed Hamza, ausgewiesener Experte auf diesem Gebiet und ehemaliger Professor am Stockholm Environment Institute (SEI), den stellvertretenden Vorsitz führen Prof. Susan Cutter, University of South Carolina, und Prof. Michelle Leighton, University of San Francisco. Das Thema 2011 Die Folgen von Klimawandel und Klimavariabilität gehen mit einer Reihe komplexer Faktoren und Bedingungen einher, die miteinander in Wechselwirkung stehen: schwach ausgeprägte Governance, fehlende Anpassungsfähigkeit, Armut, Ungleichheit, Nachwirkungen zurückliegender Konflikte, politische Instabilität und ethnische Bruchlinien, um nur einige zu nennen. Ungünstige klimatische Bedingungen verschärfen eine bereits bestehende Vulnerabilität. Dabei ist es gleichgültig, ob Wetterschwankungen oder der Klimawandel die Ursache sind. Fest steht: die Menschen in den betroffenen Gemeinden oder Regionen müssen sich anpassen. Wenn die Anpassung nicht sensibel gefördert und die Zivilgesellschaft nicht entsprechend miteinbezogen wird, gefährden die Folgen in schwachen oder politisch instabilen Staaten den Frieden und die Stabilität im Land womöglich um einiges mehr. Fragile Staaten sind kaum in der Lage, wichtige staatlichen Funktionen zu erfüllen. Zudem sind die Möglichkeiten der Regelung, Koordination und Steuerung (Stichwort Governance) begrenzt. Um einen Extremfall des fragilen Staats handelt es sich, wenn der Staat zusammengebrochen oder bankrott ist, und nur noch ein abgegrenztes geografisches Gebilde repräsentiert. Nach einem Konflikt, einer Krise und in Zeiten großer wirtschaftlicher, ökologischer oder politischer Probleme sind Staaten mitunter nicht mehr in der Lage, bei Umweltkatastrophen angemessen zu reagieren. Wird in einer solchen Situation ein kritischer Punkt überschritten, erhöht sich die Vulnerabilität gegenüber den Folgen des Klimawandels noch weiter. Allerdings gibt es bislang keine empirischen Hinweise auf einen direkten Zusammenhang zwischen dem Klimawandel und gewaltsamen Konflikten, auch wenn dies in den Medien und der politischen Diskussion mitunter anklingt. Ziel der Sommerakademie 2011 ist es, Leitlinien für die Anpassung in fragilen Staaten zu entwickeln. Dabei geht es nicht so sehr darum, die Zusammenhänge zwischen Klimafolgen und Fragilität aufzuzeigen, sondern nach vorne zu schauen und herauszuarbeiten, was in fragilen Situationen angesichts der Komplexität konkret getan werden kann. Es geht auch nicht um ein neues Patentrezept, das ohnehin weder der Vielschichtigkeit staatlicher Fragilität noch den komplexen Klimaveränderungsprozessen gerecht werden dürfte. Kontextualisierung ist der Schlüssel, um Leitlinien unter Berücksichtigung der jeweiligen Gegebenheiten in konkrete Pläne und Maßnahmen umzusetzen. Die Akademie will Impulse geben und die Teilnehmer in den Dialog einbeziehen, um die bereits vorhandene Wissensbasis zu den Themen Klimawandel, Sicherheit und staatliche Fragilität zu ermitteln und gleichzeitig die kritischen Lücken bei Anpassungsüberlegungen aufzuzeigen. Ihre Bewerbung Wir laden qualifizierte Doktoranden ein, sich für die Sommerakademie 2011 zu bewerben. Die Kandidaten sollten interdisziplinär ausgerichtet sein und an Forschungsvorhaben bzw. Dissertationen im Bereich der Anpassung an den Klimawandel im Kontext fragiler Staaten arbeiten. Das Programm richtet sich überwiegend an Hochschulabsolventen in einem weiterführenden Studienprogramm. Doktoranden sollten sich idealerweise in ihrem zweiten oder dritten Forschungsjahr befinden. Darüber hinaus stehen einige Plätze für Praktiker zur Verfügung, die sich jenseits ihres Berufsalltags zu diesem strategischen Thema mit jungen Wissenschaftlern austauschen wollen. Bitte senden Sie Ihre Bewerbung per E-Mail an: summeracademy@ehs.unu.edu Einsendeschluss ist der 15. Januar 2011. Weitere Informationen für Ihre Bewerbung zur Sommerakademie 2011 entnehmen Sie bitte der Informationsbroschüre im Download-Bereich rechts sowie der Website http://www.ehs.unu.edu/article/read/summer-academy |