Unterwegs für KlimigrantenInterview mit Robin Bronen aus Fairbanks, AlaskaBei ihrem Zwischenstopp in München trafen wir Robin Bronen. Die Rechtsanwältin aus den USA setzt sich seit Jahren für Inuit in Alaska ein, die wegen des Klimawandels migrieren müssen.Robin, Sie arbeiten seit Jahren mit Yup’ik-Eskimos in Alaska. Viele Menschen dort müssen wegen der Klimaerwärmung ihre Heimat verlassen. Gibt es Neuigkeiten von dort? Robin Bronen: Ja, und zwar gute und schlechte. Das Wetter hat auch dieses Jahr wieder verrückt gespielt. Zuerst legte Eisregen Anchorage lahm, dann gab es Rekordschneefälle. Der November 2010 war der niederschlagsreichste seit dem Beginn meteorologischer Aufzeichnungen 1917. Das Polareis ist weiter geschrumpft, 2010 erreichte es den drittniedrigsten Wert der letzten 30 Jahre. Nördlich des Polarkreises wurden 100 tote Walrösser gefunden. Die Einheimischen sind sicher, dass der Klimawandel dahintersteckt. Auf der anderen Seite werden jetzt die Menschen in der Gemeinde Newtok umgesiedelt. Endlich geschieht etwas. Wie sieht das genau aus? Robin Bronen: Der Aufbau der Infrastruktur nimmt erste Formen an. Im Sommer haben die Behörden eine Anlegestelle für Kähne errichtet, sie bauen Häuser für die Klimigranten. Es hat zwar gedauert, aber nun geht es voran. Können Sie sich jetzt zurücklehnen? Robin Bronen: Noch lange nicht. Morgen fliege ich zu den Carteret Islands in Papua-Neuguinea. Auch dort zwingt die Klimaerwärmung Inselbewohner in die Migration. Der Meeresspiegel steigt merklich und die Überschwemmungen nehmen zu. In den nächsten Jahren sollen 1.700 Menschen auf die Nachbarinsel nach Bougainville umsiedeln. Sie verlieren nicht nur ihr Zuhause, sondern auch ihre Heimat. So gesehen hängen die Arktis und der Südpazifik zusammen. Beide sind an vorderster Front vom Klimawandel betroffen. |