Zweite ProjektphaseBis in Arberobue das Wasser fließen kann, wird noch einige Zeit verstreichen. Der Ort liegt ca. 18 km von Asmara entfernt auf 1800 m Höhe, an der Strasse zum Küstenort Massawa. Bislang existiert nur ein Testkollektor, den Fogquest vor über einem Jahr aufgestellt hat. Er hat gezeigt, dass die Bedingungen für eine hohe Ausbeute ideal sind, herrscht doch von Oktober bis Januar den ganzen Tag über dichter Nebel. Auch jetzt, Anfang März, ist der Ort ab fünf Uhr nachmittags in Wolken gehüllt. Beste Voraussetzungen also, um die Wasserversorgung zu verbessern.Im Dorf, das von steilem Gelände umgeben ist, wohnen 120 Familien, insgesamt etwa 1000 Personen. Die jüngeren Männer sind fast alle beim Militär, die übrigen nehmen den beschwerlichen Fußweg in die Hauptstadt auf sich, um sich als Tagelöhner zu verdingen. Wasser vom Tanklaster kostet 15 Nakfa, rund 90€cts pro 20l-Kanister – fast ein halber Tagesverdienst. Das kann sich im Ort niemand leisten, weshalb der Tankwagen nicht mehr kommt. Drei Stunden für einen Schluck Wasser„Meine Enkel und ich trinken das Wasser von der Wasserstelle im Ort, obwohl ich weiß, dass es nicht gut ist“, sagt die 65jährige Mihret Kahsay. Zwei ihrer Kinder sind im Krieg ums Leben gekommen, alle Söhne sind beim Militär. Sie kümmert sich auch um die sechs Enkel, wovon zwei Vollwaisen sind. Eigentlich ist es Aufgabe der Kinder, Trinkwasser zu holen. Aber die sind zu klein für jeweils drei Stunden Fußweg hin und zurück. „Wir wären sehr glücklich, wenn die Kollektoren aufgebaut werden könnten“ sagt der örtliche Regierungsbeamte Adam Hassen und zeigt auf die Trinkwasserquelle, die im Tal hinter zwei Hügeln liegt. FogQuest hat bereits einen nicht zu steilen Standort für zehn weitere Kollektoren ausgewählt. Nachdem Vision Eritrea in der ersten Projektphase in Nefasit die notwendigen Erfahrungen gesammelt hat und sich auf lokale Unterstützung verlassen kann, sind alle zuversichtlich, dass es die Organisation in Arberobue alleine schafft. Arberobue ist ein wichtiger Schritt in Richtung des Ziels, in Eritrea mehr Wasser aus Nebel zu gewinnen. Fogquest wird das Land auch künftig bei der Auswahl der Standorte unterstützen. Die WasserStiftung hat in Eritrea noch viel zu tun, die Münchener Rück Stiftung wird sie dabei unterstützen. |