Katastrophenvorsorge

Naturkatastrophen sind ein unvermeidliches Schicksal. Wir können allerdings lernen, besser mit ihnen umzugehen. Die Flutwelle in Südostasien im Dezember 2004 hat erneut gezeigt, dass ein ausgeprägtes Risikobewusstsein viele Menschenleben gerettet hätte.

Die Statistiken sprechen eine klare Sprache: Naturbedingte Katastrophen haben in den letzten Jahrzehnten weltweit dramatisch zugenommen, und zwar nicht nur in ihrer Häufigkeit, sondern auch in ihrer Intensität. Die Schadensbilanzen zeigen weltweit das gleiche Bild. Die Schäden für die Volks- und Versicherungswirtschaft steigen deutlich an, teilweise sogar exponentiell. Immer öfter verwüsten Erdbeben, Stürme und Überschwemmungen ganze Landstriche. Die Vereinten Nationen (UN) haben diese Entwicklung schon früh erkannt und die 1990er-Jahre zur Internationalen Dekade zur Vorbeugung von Naturkatastrophen (IDNDR – International Decade for Natural Disaster Reduction) ausgerufen.

Heute befassen sich zahlreiche nationale und internationale Initiativen mit der Katastrophenvorsorge, so zum Beispiel die International Strategy for Disaster Reduction (UN/ISDR) oder das ProVention Consortium, praktisch ein Zusammenschluss von privaten und öffentlichen Organisationen und von Regierungen. Auch wenn Erfolge durchaus sichtbar sind – der Schutz vor Sturmfluten in Bangladesch ist ein wichtiges Beispiel –, fehlen noch viele nachhaltige Lösungen. Zahlreiche Faktoren deuten zudem darauf hin, dass das Ausmaß von Katastrophen weiter zunimmt. Dazu gehören die

  • globale Bevölkerungszunahme,
  • mit steigendem Lebensstandard höheren Schadenspotenziale,
  • Konzentration von Bevölkerung und Sachwerten aufgrund der Verstädterung,
  • Besiedlung und Industrialisierung exponierter Landstriche wie Küsten und Flussniederungen,
  • höhere Anfälligkeit moderner Gesellschaften und Technologien und
  • veränderte Umweltbedingungen wie Klimawandel.

Katastrophen haben das verheerende Potenzial, ganze Regionen oder Länder in ihrer Entwicklung weit zurückzuwerfen. Bereits heute fallen Jahr für Jahr tausende Menschen in aufstrebenden Ländern Naturkatastrophen zum Opfer; die Schäden belasten darüber hinaus besonders in Entwicklungsländern die Wirtschaft sehr stark.

Die Münchener Rück Stiftung unterstützt Menschen im Risiko. Sie greift dabei auf die Fachkompetenz der Münchener Rück im Bereich Katastrophenschutz zurück. Ziel ist es, dieses Wissen einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen und tragfähige Lösungen für Betroffene zu entwickeln.