Verstädterung und MegacitysDie Hoffnung auf ein besseres Leben zieht Millionen von Menschen in die Städte. Einige Megacitys platzen schon jetzt aus allen Nähten, Armenviertel breiten sich aus. Die Gefahren für die Bewohner sind immens.Städte waren schon immer Zentren der wirtschaftlichen Entwicklung. Weltweit erwirtschaften sie mehr als 50 Prozent des Bruttoinlandsprodukts, in den stärker urbanisierten Ländern Lateinamerikas sind es teilweise bis zu 80 Prozent und in Europa noch mehr. Schon jetzt existieren rund um den Globus 20 Megastädte mit jeweils mehr als 10 Millionen Einwohnern. Nach Erhebungen der Vereinten Nationen gehören zu den Top 5 der Großraum Tokio mit ca. 35 Millionen Einwohnern, Mexiko-Stadt (19 Millionen), New York-Newark (18,5 Millionen) sowie Bombay und São Paulo mit jeweils etwa 18 Millionen. Bis 2015 sollen drei weitere Megastädte hinzukommen. Die Megacitys werden überwiegend in Entwicklungsländern sein. Und erstmals in der Geschichte werden im Jahr 2007 mehr Menschen in Städten als auf dem Land leben. Landflucht findet vor allem in den Entwicklungsländern statt, in erster Linie aus wirtschaftlichen Gründen. Denn die Aussicht auf mehr Einkommen und bessere Sozialeinrichtungen lässt auf eine höhere Lebensqualität hoffen. Kehrseite der Verstädterung sind die wachsenden Armenviertel und Slums. Gerade die Ärmsten können sich oft nur ein Leben in den unattraktiven Randgebieten der Städte leisten, die außerdem häufig von Überschwemmungen oder Erdrutschen bedroht oder zwischen Straßenschluchten eingepfercht sind. Die Bewohner fristen ihr Leben somit in Lärm und Schmutz, meist ohne sauberes Wasser oder sanitäre Einrichtungen.Der Zustrom in die Städte ist vor allem in den Entwicklungsländern ungebrochen, denn sie stehen – wie viele Länder südlich der Sahara – erst am Anfang des Verstädterungsprozesses; in den Industrieländern hingegen leben schon heute 75 Prozent der Menschen in Städten. Viele der Megacitys sind besonders anfällig für Naturkatastrophen: Ein Megadesaster könnte im schlimmsten Fall die Zahl der Todesopfer auf ein Mehrfaches der Tsunami-Katastrophe in Südostasien anschwellen lassen. Gemäß ihres Auftrags, sich um Menschen in Risikosituationen zu kümmern, setzt sich die Münchener Rück Stiftung für Projekte ein, die langfristige und wirksame Hilfe für die „vergessene Bevölkerung“ in den Megacitys versprechen. |