Wasser - Nebelnetze

Trinkwassergewinnung aus Nebel

Nebelnetze ermöglichen es, sauberes Trinkwasser sogar in ariden und schwer zugänglichen Gebieten zu gewinnen. Wir setzen uns gezielt für funktionierende Wasserversorgung ein. Das verbessert die Lebensqualität und erhöht die Widerstandskraft von Menschen im Risiko.

Über Nebelnetze

Warum besteht Handlungsbedarf?
Wasser ist für den Menschen durch nichts zu ersetzen, es ist die Grundlage allen Lebens und unserer Zivilisation. Unser „blauer Planet“ verdankt seinen Namen dem Wasser, das rund zwei Drittel der Erdoberfläche bedeckt. Dennoch ist es eine knappe Ressource: Nur etwa ein Prozent der weltweiten Vorkommen steht als Trinkwasser zu Verfügung. Die Münchener Rück Stiftung fördert seit ihrer Gründung Projekte zur Wassergewinnung in ariden Gebieten. Nebelnetze ermöglichen es, in wasserarmen, schwer zugänglichen Gebieten Trinkwasser zu gewinnen. Weltweit könnten Hunderttausende von Menschen davon profitieren, wenn sie in Regionen mit natürlicher Nebelbildung leben.

Nebelnetz-Technologie
Die Methode ist denkbar einfach, aber bislang wenig genutzt. In vielen ariden Regionen der Welt, in denen es kaum regnet und andere Wasserquellen nicht vorhanden sind, hat sie enormes Potenzial. Voraussetzung ist eine anhaltende natürliche Nebelbildung: Warme aufsteigende Luft nimmt Feuchtigkeit, die über großen Seen oder Meeren entsteht, auf und kondensiert in nahegelegenen Gebirgsregionen. Nebelnetze fangen diese Nebeltropfen ein. Das Nebelwasser wird dann in Wassertanks gesammelt oder in große Wasserreservoirs weitergeleitet. Das gewonnene Wasser entspricht meist den internationalen Trinkwasser­standards. Es kann ohne weitere Reinigung für Mensch und Tier oder zur Bewässerung von Pflanzen verwendet werden.

Bisher wurden vor allem in Afrika und Südamerika Nebelkollektoren aufgebaut. Gemeinsam mit unseren Projektpartnern in Deutschland und vor Ort helfen wir seit 2007, Nebelnetze in ariden Gebieten zu installieren und damit die Trinkwasserversorgung der dort lebenden Menschen zu verbessern. Dabei konnten wir viele wertvolle Erfahrungen sammeln, allerdings nicht immer ohne Komplikationen. Unser Ziel ist es, die Nebelnetztechnologie kontinuierlich zu verbessern und weiterzuentwickeln.

Projekte

Nebelnetzprojekt in Bolivien

Am Fuße der bolivianischen Ost-Anden, in der Valles Crucenos-Region, regnet es von April bis November nahezu gar nicht. Flüsse und Quellen trocknen aus, Trinkwasser muss rationiert und auf langen Fußmärschen aus weit abgelegenen Bergquellen geholt werden. Gemeinsam mit der WasserStiftung und der Oswald Stiftung fördert die Münchener Rück Stiftung ab Herbst 2019 ein neues Nebelnetzprojekt in dieser Region, in Alto Veladero. Das Projekt im Hochland von Bolivien ist der Gewinner unserer gemeinsamen Ausschreibung.

FogNet Alliance

Seit mehr als 20 Jahren arbeiten Wissenschaftler, Ingenieure und Nicht-Regierungsorganisationen weltweit an der Trinkwassergewinnung aus Nebel. Nun soll eine internationale Allianz für Nebelnetze das gesammelte Fachwissen bündeln und gemeinsame Aktionen initiieren. Im August 2017 gaben die WasserStiftung und die Münchener Rück Stiftung den Startschuss für die globale Partnerschaft.

Abgeschlossene Projekte

Nebelnetzprojekt in Marokko

Im Frühjahr 2016 genehmigte das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) die Förderung für den Bau der zur Zeit größten Nebelkollektor-Anlage der Welt am Mount Boutmezguida. Sie versorgt insgesamt 14 Dörfer mit sauberem Trinkwasser aus Nebel. Die Region Aït Baamrane im Antiatlasgebirge grenzt an die Sahara und zählt wegen ihres semiariden Klimas zu den trockensten Gebieten Marokkos. Die WasserStiftung Ebenhausen kümmert sich zusammen mit der marokkanischen NGO Dar Si Hmad um die Projektabwicklung. Die Münchener Rück Stiftung ist Projektpartner und trug die Hälfte der notwendigen Eigenkapitalleistung. 

Das Video zeigt die positiven Auswirkungen der weltweit größten Nebelkollektor-Anlage, die in Marokko gebaut wurde. Nebelernten ist in den letzten Jahren zu einer immer wichtigeren Technologie der Trinkwassergewinnung in ariden Gebieten geworden. 

Nebelnetzprojekt Tansania

Wie lässt sich aus Nebel und Tau Trinkwasser gewinnen? In Gebieten mit hoher Luftfeuchtigkeit können Nebelkollektoren einen wertvollen Beitrag leisten. So auch in Tansania. Die deutsche Organisation p(e)d world baut seit 2009 im Hochland von Babati Nebelnetze auf. Und das mit großem Erfolg. Wir unterstützen das Projekt seit 2013.

Publikationen

IntoAction 5 | Nebelnetze
Nebelnetze (2015)
Wir verwenden auf unseren Websites Cookies um Ihr Internet-Nutzungserlebnis zu verbessern und unsere Online-Dienstleistungen zu optimieren. Dies sind zum einen technisch erforderliche Cookies, ohne die die Funktionalität der Websites nicht gewährleistet wäre. Zum anderen setzen wir Cookies um statistische Auswertungen zur Reichweite unserer Websites machen zu können. Diese Auswertungen erfolgen anonym. Weitere Informationen zu den von uns verwendeten Cookies und der Möglichkeit, der Setzung von Cookies zu statistischen Auswertungen zu widersprechen, finden Sie in unseren Cookie-Richtlinien.