Neue Nebelnetze im bolivianischen Hochland – auf der Suche nach den besten Standorten

Die Fördergelder stehen bereit. Nun heißt es, die besten Standorte für die Trinkwassergewinnung aus Nebel zu finden – Bolivien hat 2019 unsere Nebelnetzausschreibung gewonnen. Im Juli 2019 hatten die WasserStiftung und Münchener Rück Stiftung mit finanzieller Unterstützung der Oswald Stiftung der spanischen Organisation Zabalketa einen Förderbetrag von insgesamt 228.000 Euro zugesagt. Der gemeinsame Plan: 14 neue Nebelkollektoren aufbauen.

Bei einem Projektbesuch Anfang September 2019 trafen sich die deutschen und spanischen Projektorganisatoren mit den Vertretern der bolivianischen NGO „Instituto de Capacitación del Oriente“ (ICO) erstmals vor Ort. Zweck der Reise war es, bereits bestehende Nebelnetz-Standorte in der Region Alto Veladero am Fuße der bolivianischen Ost-Anden zu inspizieren und potentielle neue Gebiete für die Trinkwassergewinnung aus Nebel zu erkunden.
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Die bisher verwendeten Nebelkollektoren der ersten Generation wurden durch starke Winde und Sonneneinstrahlung zerstört.
Großes Potential zum Nebelernten
An den drei Standorten Veladero School, Veladero Central und Veladero Saguintito hatte Zalbalketa zusammen mit dem lokalen Partner ICO bereits 2014/2015 Nebelkollektoren der ersten Generation aufgestellt. Leider haben die eher einfachen Nebelfänger den sehr böigen Winden und der starken Sonneneinstrahlung nur kurze Zeit standgehalten. Die Erfahrungen dort zeigten aber, dass die Region Veladero großes Potential zum Nebelernten hat. In vier weiteren Dörfern führten ICO-Mitarbeiter mit Hilfe von kleinen Testkollektoren und Wetterstationen Messungen durch. Dabei erwies sich der Standort Sivingalito als besonders ertragsreich.
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An verschiedenen Standorten wurden mit kleinen Testkollektoren Messungen zu den potentiellen Wassererträgen durchgeführt.
Moderner CloudFisher Midi kommt zum Einsatz
Viele Nebeltage mit hoher Luftfeuchtigkeit und starke Winde gelten als unabdingbare Voraussetzungen für hohe Wassererträge. Da der neue Kollektortyp CloudFisher wesentlich robuster und widerstandsfähiger gegen Wind und Sonne ist, war schnell klar, dass wir in der Alto Veladero-Region nur diese Nebelfänger der zweiten Generation aufstellen können.

Neben der Suche nach den besten Standorten, mussten noch viele weitere Fragen geklärt werden: Welche Netzgrößen eignen sich am besten im Projektgebiet? Wie können die großen Kollektorrahmen im Boden verankert werden und wie transportiert man das ganze Baumaterial einschließlich Baumaschinen zu den meist sehr abgelegenen und oft sehr steilen Standorten? Nach eingehenden Überlegungen planen wir nun, den bisher noch nie zum Einsatz gekommenen CloudFisher Midi aufzubauen. Der Entwickler Peter Trautwein sagt dazu: „Mit der kleineren `Midi-Version` haben wir  gute Chancen für ein erfolgreiches Projekt und sie ist kostengünstiger als der große CloudFisher Pro." Der mittelgroße Kollektor hat eine Netzfläche von 24 m² und Stützen, die mit Betonfundamenten verankert werden. Aufgrund des sehr felsigen Untergrunds ist die ursprünglich angedachte Verankerung mit langen Erdnägeln nicht möglich.

Jetzt müssen rasch die notwendigen Materialien für 14 CloudFisher Midi bestellt, verpackt und auf die lange Reise von Deutschland nach Bolivien geschickt werden: Netzgewebe, verzinkte Aluminiumstangen, Auffangringen und vieles mehr. Denn lokale Materialien haben nicht die benötigte Stabilitätsgarantie. Wenn alles gut geht, soll der Aufbau der CloudFisher im April 2020 beginnen. Dann können sich die Menschen in der Region über frisches Trinkwasser freuen – aus Nebel.
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Am Standort Veladero School kann zukünftig der ganze Schul-Gemüsegarten mit Nebelwasser bewässert werden.
12. November 2019
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