Kleine Dinge, große Wirkung

Kleine Dinge, große Wirkung

Dialogforen 2021

Sie sind winzig klein und sorgen dennoch für viel Wirbel: Viren, Bakterien, Feinstaub, Mikroplastik oder auch CO2-Moleküle. Kleines Ding mit großer Wirkung: Das trifft auf jeden Fall für sie alle zu. Viren lösen Pandemien aus, Feinstaub tötet allein in Deutschland jedes Jahr etwa so viele Menschen, wie auch im Straßenverkehr durch Unfälle ums Leben kommen. Mikroorganismen beeinflussen maßgeblich den geochemischen Stoffkreislauf der Erde und kleinstes Mikroplastik ist in vielen unserer Lebensmittel nachweisbar. Winzige CO2-Moleküle sind hauptverantwortlich für den menschgemachten Klimawandel.

Grund genug, die ganz kleinen Dinge einmal unter einer ganz großen Lupe zu betrachten. In den Dialogforen 2021 gehen wir zusammen mit unseren Expert*innen sprichwörtlich ins kleinste Detail: Wir zeigen wichtige Zusammenhänge auf und erklären, wie winzige Organismen, Partikel oder Moleküle tagtäglich ihre große Wirkung auf Mensch und Umwelt entfalten.

Moderator der Veranstaltungen im Januar, Februar, März und Mai ist Dr. Patrick Illinger, Koordinator der SZ-Wochenendausgabe, ehemaliger SZ-Ressortleiter Wissen.

Die Moderation des April-Forums übernimmt Dr. Marlene Weiß, Ressortleiterin Wissen bei der Süddeutschen Zeitung München.

*** Aufgrund der COVID-19 bedingten Einschränkungen planen wir die Dialogforenreihe derzeit als virtuelle Veranstaltung. Genauere Details zum Veranstaltungsformat werden wir im Vorfeld des jeweiligen Dialogforums kommunizieren. ***

Berichte

Programm

26. Januar 2021, 18 Uhr

Die Corona-Krise ist nur das jüngste Beispiel: In unserer globalisierten Welt können sich winzige Krankheitserreger rasend schnell über alle Erdteile ausbreiten – mit fatalen Konsequenzen. Wie unterscheiden sich Viren, Bakterien und Parasiten und was macht uns überhaupt krank, wenn sie uns befallen? Wie können wir uns effektiver schützen und auf zukünftige Pandemien besser vorbereiten?  Und wie verändern Pandemien menschliches Verhalten und unser gesellschaftliches Zusammenleben?

Geplante Podiumsgäste:

Prof. Melanie Brinkmann, Infektionsbiologin am Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung und der Technischen Universität Braunschweig
Prof. Armin Nassehi, Soziologe an der Ludwig-Maximilians-Universität München
Prof. Philipp Osten, Medizinhistoriker und Direktor des Medizinhistorischen Museums Hamburg 

11. Februar 2021, 18 Uhr

Ob in den Weltmeeren, in unseren Flüssen, in Böden oder in Kosmetika: Mikroplastik ist inzwischen überall und verändert die gesamte Biosphäre unseres Planeten. Die wasserunlöslichen Kunststoffpartikel sind kleiner als fünf Millimeter und sind längst auch in unserer Nahrungskette angekommen. Wie können wir die Mikroplastikflut eindämmen? Wie gefährlich ist Mikroplastik in unserer Nahrung? Was muss an unseren nationalen und internationalen Umweltgesetzen geändert werden? Können Mikroorganismen beim Abbau von menschengemachten Kunststoff wie etwa PET zum Einsatz kommen?

Geplante Podiumsgäste:

Dr. Lars Gutow, Meeresbiologe beim Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung Bremerhaven
Dr. Sebastian Porkert, Geschäftsführer und Gründer von ECOFARIO
Nadja Ziebarth, Mikroplastikexpertin beim Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND)

16. März 2021, 18 Uhr

Feinstaub ist ein natürlicher Bestandteil unserer Luft. Durch Verbrennungsmotoren, Reifenabrieb, Industrie und Kraftwerke steigt die Konzentration von Feinstaub in unserer Umwelt jedoch enorm an – und kann massive Gesundheitsprobleme auslösen. So ist es Wissenschaftlern bereits gelungen, Feinstaub in menschlichen Zellen nachzuweisen. Zusätzlich sind in Feinstaub enthaltene Rußpartikel extrem schädlich für das Klima weltweit. Wer sind die größten Feinstaubemitter und wie lässt sich die Belastung reduzieren? Brauchen wir strengere Grenzwerte – in der EU und weltweit? Wie kann ich mich vor Fein- und Ultrafeinstaub schützen? 

Geplante Podiumsgäste:

Dr. Bettina Hoffmann MdB, Sprecherin für Umweltpolitik und Umweltgesundheit von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Bundestag, Berlin

Peter Sänger, Geschäftsführer von Green City Solutions
Dr. Alexandra Schneider,  Leiterin der Arbeitsgruppe „Environmental Risks“ am Institut für Epidemiologie des Helmholtz Zentrum München, Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt

15. April 2021, 18 Uhr

Kohlendioxid – ein kleines Molekül im Zentrum der gegenwärtigen Klimawandel-Debatte. Der CO2-Gehalt der Erdatmosphäre steigt kontinuierlich an und daran hat unsere Lebensweise einen wesentlichen Anteil. Die Erhöhung der CO2-Konzentration in der Atmosphäre ist eng mit dem beobachteten Anstieg der globalen Durchschnittstemperatur verknüpft – auch mit der Veränderung klimatischer Muster. Wie beeinflusst CO2 das Klima genau? Welche Möglichkeiten bieten Ingenieurlösungen wie etwa Carbon Dioxide Removal (CDR) oder Carbon Capture and Storage (CCS)? Sind solche Ansätze sinnvoll und zielführend? Und wie effektiv sind die CO2-Senken der Natur?

Geplante Podiumsgäste:

Christoph Beuttler, Carbon Dioxide Removal Manager bei Climeworks
Prof. Sabine Fuss, Leiterin der Arbeitsgruppe Nachhaltiges Ressourcenmanagement und globaler Wandel beim Mercator Research Institute on Global Commons and Climate Change (MCC) Berlin
Dr. Doris Hafenbradl, Mikrobiologin und Geschäftsführerin bei der Electrochaea GmbH Planegg
Dr. Barbara Olfe-Kräutlein, Forschungsgruppenleiterin beim Institute for Advanced Sustainability Studies Potsdam

20. Mai 2021, 18 Uhr

5G ist das neue Zauberwort. Nicht nur die Mobilfunkbranche ist davon elektrisiert, sondern auch ein großer Teil unserer Gesellschaft. Mit moderner Technik erhofft man sich eine ungeahnte Geschwindigkeitszunahme bei der Datenübertragung. Informationsaustausch soll noch besser, reibungsfreier und schneller funktionieren. Kritiker hingegen sehen noch große Mängel bei der Infrastruktur. Viele fürchten die neue Technik auch wegen potenzieller Gesundheitsrisiken. Aber auch Infrarotstrahlung, die wir längst einsetzen, beeinflusst unsere Umwelt. Wie wirken Infrarotstrahlen eigentlich genau? Können Handystrahlung oder WLAN im Alltag tatsächlich krank machen? Und wie genau macht sich die Medizin solche "gefährlichen" Arten der Strahlung zunutze?

Geplante Podiumsgäste:

Prof. Achim Enders, Leiter des Instituts für Elektromagnetische Verträglichkeit an der Technischen Universität Braunschweig
Jörn Gutbier, Vorsitzender des Vereins „diagnose:funk“
Dr. Inge Paulini, Präsidentin des Bundesamtes für Strahlenschutz 

aktualisiert im Mai 2021