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Klimawandel und Gerechtigkeit (2008 - 2012)

Klimaschutz als Menschenrecht

Es sind die armen Länder der Welt, die primär unter den Folgen der Erderwärmung leiden. Sie fordern zu Recht mehr Engagement von den Verursachern des Klimawandels – bislang mit mäßigem Erfolg. Eine von der Münchener Rück Stiftung geförderte Studie untersucht, wie die Klimaänderung mit fairen Mitteln und unter Einbeziehung aller Nationen bekämpft werden kann.

Neue Schadentrends des Weltklimarats IPCC belegen: Arme Länder, die in der Regel anfälliger sind als reiche, tragen die Hauptlast der Erderwärmung. Allen Versuchen, auf Klimagipfeln den Klimawandel einzudämmen, war bislang ein mäßiger Erfolg beschieden. Ein wesentlicher Grund dafür ist, dass nicht alle der aktuell 195 Vertragsstaaten gleichermaßen in die Verhandlungen eingebunden sind.

Vier Jahre lang haben wir mit dem katholischen Hilfswerk MISEREOR, dem Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) und dem Institut für Gesellschaftspolitik (IGP) an der Hochschule für Philosophie, München, untersucht, wie sich der Klimawandel mit fairen Mitteln eindämmen lässt. Parallel zu Forschungs- und Modellierungsprojekten hat unser Partner MISEREOR Workshops mit Betroffenen in Entwicklungs- und Schwellenländern organisiert, um zu erfahren, wie Anpassung vor Ort aussehen sollte. Die Ergebnisse des Projekts sind wissenschaftlich referenziert in dem Buch „Climate Change, Justice and Sustainability“ (Klimawandel, Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit) zusammengefasst. Es ist rechtzeitig vor der großen Umweltkonferenz „Rio+20“ im Juni 2012 und vor dem 18. Weltklimagipfel in Doha, Katar, erschienen.

Gerechtigkeitsdreieck
© MunichRe Foundation/ IGP
Die Grafik veranschaulicht die Eckpfeiler der Grundrechte des Menschen und den Aspekt der Nachhaltigkeit. Schwierige Verhandlungen wie der Weltklimagipfel haben nur dann Aussicht auf Erfolg, wenn sie auf Basis fairer Verfahren erfolgen.

Menschenrechte als Ausgangspunkt

Ausgangspunkt bilden die Menschenrechte mit ihren Forderungen nach Freiheit und Gleichheit sowie der moralischen Verpflichtung zur Solidarität. Ein daraus abgeleitetes Verständnis von Gerechtigkeit zielt auf die Befriedigung von Grundbedürfnissen, gleiche Chancen für alle Menschen, Generationengerechtigkeit sowie auf faire Verhandlungen ab. Darauf aufbauend lässt sich das vom IPCC geforderte Zwei-Grad-Ziel erreichen, wenn alle zur Verfügung stehenden Technologien genutzt werden. Besonders wichtig ist, dass alle technischen Möglichkeiten ausgeschöpft und verstärkt erneuerbare Energien eingesetzt werden. Ein globaler Emissionshandel mit weltweit gleichen Emissionsrechten für alle Menschen böte enorme Chancen. Von diesem System könnten arme Länder sogar profitieren, indem sie nicht benötigte Emissionsrechte an Industrieländer verkaufen.

Rasch handeln

Mit technischen Lösungen allein ist es allerdings nicht getan. Vielmehr müssen die besonders verwundbaren Menschen Anpassungshilfen erhalten. Das Projekt „Klimawandel und Gerechtigkeit“ zeigt, wie tragfähige Lösungen aussehen könnten. Jetzt ist die Politik gefragt. Denn ohne rasches Handeln stehen nicht nur das Recht vieler Menschen auf ein würdiges Dasein auf dem Spiel, sondern auch die Chancen künftiger Generationen.

 

September 2012

Laden Sie hier die Zusammenfassung der Studie herunter:

UN COMETIDO GLOBAL Y JUSTO (resumen)
Combatir el cambio climático, posibilitar el desarrollo (2010)
GLOBAL YET EQUITABLE (Summary)
Combating Climate Change, Enabling Development (2010)
GLOBAL ABER GERECHT (Zusammenfassung)
Klimawandel bekämpfen, Entwicklung ermöglichen (2010)
À LA FOIS GLOBAL ET ÉQUITABLE (sommaire)
Lutter contre le changement climatique, favoriser le développement (2010)

Link zur Publikation (Vollversionen)

GLOBAL ABER GERECHT (Vollversion)
Klimawandel bekämpfen, Entwicklung ermöglichen (2010)
Climate Change, Justice and Sustainability (2012)

Kurzfilm: Klimawandel und Gerechtigkeit

Der Kurzfilm gibt weitere Einblicke in das Making-of der Studie.