Dr. Nikolaus von Bomhard begrüßt die Gäste und Mitglieder des Stiftungsrats.
Prof. Claudia Kemfert (DIW) und Ernst Rauch (Munich Re) diskutieren die Herausforderungen der Energiewende.
10 Jahre Münchener Rück Stiftung

Münchener Rück Stiftung feiert Geburtstag

Die Münchner Rück Stiftung kann 2015 auf zehn Jahre erfolgreiche Arbeit zurückblicken. Für Munich RE Anlass genug, Freunde und Projektpartner der Stiftung zu einem Jubiläumsforum am 23. Juni 2015 einzuladen. Festrednerin des Abends war die Energieökonomin Prof. Claudia Kemfert.

Glückwünsche
Der Gastgeber des Abends, Munich RE Vorstandsvorsitzender Dr. Nikolaus von Bomhard, gratulierte zur erfolgreichen Arbeit eines Jahrzehnts. Er erinnerte an die Gründungszeit der Stiftung: Aus der Vision „Wissen verpflichtet, vom Wissen zum Handeln“ war das Leitbild der Stiftung entstanden. „Die Stiftung hat sich seither fest in der nationalen und internationalen Stiftungslandschaft etabliert.“ Viele Projekte konnten umgesetzt werden, gesteckte Ziele wurden erreicht und nachhaltige Lösungen angeschoben. Dr. von Bomhard dankte dem Geschäftsführer Thomas Loster und seinem Team für die Arbeit und wünschte viel Erfolg für das nächste Jahrzehnt. Die Aktivitäten der Stiftung seien ein wichtiger Bestandteil der Nachhaltigkeitsstrategie von Munich RE, die überall im Unternehmen verstanden und gelebt wird.

Zehn Jahre vom Wissen zum Handeln
„Seit unserem Start im Jahr 2005 ist viel passiert.“ Thomas Loster war von Anfang an dabei und gab einen kurzen Überblick über alle aktuellen und bereits abgeschlossenen Projekte:  Mikroversicherungskonferenzen in vielen Regionen der Welt und Vortragsreihen zur Bewusstseinsbildung in München haben stattgefunden, über 100 Publikationen zu Naturkatastrophenvorsorge, Klimawandel und Resilienz wurden veröffentlicht. Flutwarnsysteme und Nebelnetze wurden aufgebaut, international anerkannte Preise in der Katastrophenvorsorge verliehen, Bildungsprojekte von Schulen und Universitäten angestoßen, betreut und gefördert. Die Liste ist lang und bunt. „Das haben wir geschafft, weil sich das Team der Stiftung tagtäglich mit Engagement und Herzblut einsetzt“, erklärte Thomas Loster und dankte dem Stiftungsteam für die jahrelange Zusammenarbeit.

Festvortrag zur Energiewende: Realität und Versprechen
Thema des Fachvortrages von Prof. Claudia Kemfert war die Energiewende aus energieökonomischer Sicht. Als wichtiges Industrieland muss Deutschland hier eine Vorreiterrolle übernehmen.

Um das Zwei-Grad-Ziel zu erreichen, sei es notwendig, jetzt die richtige Maßnahmen im Energiesektor zu treffen. Die Strategie darf nicht nur auf neue Stromquellen abzielen. Prozesse müssten effizienter werden. Gleichzeitig wird die Kopplung mit Wärmeanlagen eine wesentlich größere Rolle spielen. Daher sei die Energiewende auch eine Verkehrs- und Wärmewende, so Kemfert. Überraschend für viele Zuhörer war, dass in Deutschland 47% des Beitrags aus erneuerbaren Energien durch kommunale und bürgerliche Initiativen angestoßen wird, nur etwa 12% über die großen etablierten Energieversorger und 41% über strategische Investoren. Diese Dezentralisierung ist eine große Chance für die Kommunen.

Ein Fehler von Politik und Medien sei es allerdings, ständig die hohen Kosten der Energiewende zu betonen. Viel zu kurz kämen dabei die wirtschaftlichen Vorteile: Etwa 200.000 Arbeitsplätze werden durch die Wende direkt entstehen – unzählige mehr in nachgelagerten Wertschöpfungsketten.

Im Anschluss diskutierte Ernst Rauch, Leiter des Corporate Climate Centre von Munich Re, mit Prof. Kemfert über den Energie- und Strom-Mix in Deutschland und Europa. „Die Energiewende ist auch geschäftlich relevant. Munich RE ist gut vorbereitet und hat entsprechende Kompetenzteams aufgestellt.“ Die Podiumsexperten waren sich einig: Deutschland ist gut beraten, die Interessen anderer Staaten und Regionen stärker zu berücksichtigen und die globale Perspektive der Energiewende nicht zu vernachlässigen. Auch wenn es Hindernisse gibt und die Kosten hoch sind, überwiegen die Vorteile. Und um das 2-Grad-Ziel einzuhalten, wird an einer Energiewende kein Weg vorbei führen: weltweit – und hoffentlich allen voran in Deutschland!
 

MM, 2. Juli 2015

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