Klimapolitik muss ambitioniert sein!

Besuch der "UN Early Career Climate Fellows" bei der Münchener Rück Stiftung

Das Klimasekretariat der Vereinten Nationen (UNFCCC) hat gemeinsam mit der Universität der Vereinten Nationen (UNU) ein neues Ausbildungsprogramm für hochqualifizierte junge Menschen aus Entwicklungs- und Schwellenländern ins Leben gerufen. Diese sollen die internationale Klimapolitik verbessern. Die Münchener Rück Stiftung diskutierte mit ihnen über Klimarisikoversicherung und weitere innovative Finanzlösungen für den Klimaschutz.

Im „Early Career Climate Fellowship-Program“ lernen die Teilnehmer die Arbeit der Vereinten Nationen hautnah kennen – vor allem im Hinblick auf das Zusammenspiel von internationaler Klimapolitik und Forschung. Es werden bevorzugt Frauen gefördert und auf Führungspositionen in ihren Heimatländern oder internationalen Organisationen vorbereitet.  
 
Am 22. und 23. Mai besuchten die ‚Fellows‘ zusammen mit Dr. Koko Warner (UNFCCC) die Münchener Rück Stiftung. Warner leitet im Weltklimasekretariat eine Arbeitsgruppe, die sich mit Schäden, Risiken und Verletzlichkeit (Impacts, Vulnerability, and Risks) befasst. Der zweitägige Workshop sollte den Fellows die Relevanz von Versicherungslösungen im Hinblick auf Klimavermeidung- sowie Anpassung näher bringen. In acht Sitzungen wurden verschiedene Themen von Referenten der Münchener Rück Stiftung, Munich Re, den Social Impact Partners und der Ludwig-Maximilians Universität München vorgestellt und diskutiert. Jede Präsentation sorgte für konstruktive, lebhafte Diskussionen. Maryam Navi aus dem Iran und Justice Musah aus Ghana bestätigten: „Uns war gar nicht bewusst, welche Potenziale Versicherungen beim Klimaschutz haben. Gut war aber auch zu sehen, welche Grenzen es gibt.“
 

Unterschiedlichste Themen wurden in acht Sitzungen diskutiert. Klimarisikoversicherung (hier vorgestelt durch Thomas Loster, MRS) stellte einen Schwerpunkt dar.
 
Am ersten Tag ging es vorwiegend um Klimarisikoversicherung in Entwicklungs- und Schwellenländern. Die sehr ambitionierte Vorgabe der G7 (Beschluss von Elmau 2015) lautet: bis 2020 sollen 400 Millionen Menschen aus dem unteren Einkommenssektor zusätzlich gegen Klimaschäden versichert werden. Dieses Ziel soll federführend das GIZ-Programm „InsuResilience“.   umsetzen. Neben dem Schutz gegen Klimafolgen kann Versicherung auch neue technische Lösungen ermöglichen und für Investoren interessant machen (Stichwort: „Green Tech Solutions“). 
 
Am zweiten Tag wurde neben innovativen Risikomanagementlösungen für Entwicklungs- und Schwellenländer auch die von der Münchener Rück Stiftung ausgerichtete „Summer Academy“ vorgestellt. Die Akademie untersucht, inwieweit politische Planungsprozesse zum Klimaschutz mit den wissenschaftlichen Ergebnissen aus Resilienz- und Vulnerabilitätsstudien zusammen passen. Im Dialog sollen Lücken geschlossen werden. Das Fellowship-Programm passt daher sehr gut zum Akademie-Konzept. Ein Vortrag zur Klimastrategie von Munich Re sowie ein Beitrag zu Inclusive Insurance (Mikroversicherung) mit Bezug auf Klimaanpassung rundeten den Workshop ab. Hier wurden nochmals zentrale Herausforderungen der Klimapolitik deutlich: Nahrungsmittelsicherheit, Armutsbekämpfung und Risikomanagement.
 

Die Teilnehmer konnten sich über Lösungsansätze zu Klimapolitik austauschen.
 
29. Mai 2019