Microinsurance Network
Partner der Mikroversicherungskonferenz 2009 in Dakar

Es gibt noch viel Potenzial

Mikroversicherung als Schlüsselkonzept zur Absicherung der Armen

5. Internationale Mikroversicherungskonferenz - 3. bis 5. November 2009, Dakar, Senegal

Die Mikroversicherung bietet einkommensschwachen Bevölkerungsgruppen die Möglichkeit, sich gegen Risiken abzusichern. Insbesondere die Absicherung von Gesundheitsrisiken hat hier hohe Priorität. Vor allem bei der armen Bevölkerung Afrikas gibt es für die Mikroversicherung trotz hoher Wachstumsraten noch enormes Potenzial. Untersuchungen von Wirtschaftsforschern haben ergeben, dass die Armen bereit sind, für ein Produkt zu bezahlen, das auf ihre Bedürfnisse zugeschnitten ist. Voraussetzung sind ein fairer Preis und eine flexible Prämienzahlung. Es gibt aber auch noch viele Schwierigkeiten, speziell in der Landwirtschaft. Hier gelangen die entwickelten Versicherungsprodukte kaum über die Testphase hinaus.

Auf der 5. Internationalen Mikroversicherungskonferenz in Dakar, Senegal, diskutierten rund 400 Experten und Praktiker aus 64 Ländern über neue Wege zu kostengünstigen Versicherungslösungen für die Armen der Welt. Im Rahmen einer neu begründeten Zusammenarbeit mit dem renommierten „Journal of Risk and Insurance“ hatte man Fachleute eingeladen, darzustellen, wie sich die Mikroversicherung als zunehmend wichtiges Absicherungsinstrument für arme Bevölkerungsgruppen wirtschaftlich auswirkt.

Bereits zum zweiten Mal fand die Internationale Mikroversicherungskonferenz in Afrika statt. In insgesamt 17 Themensitzungen erörterten die Experten unterschiedliche Möglichkeiten der Krankenversicherung, die Erfahrungen mit der Verknüpfung von Mikroversicherung und Mikrofinanz, und insbesondere die Entwicklung der Mikroversicherung in Afrika. Außerdem untersuchten die Fachleute in einer Reihe von Veranstaltungen, wie der Preis die Nachfrage beeinflusst, und wie sich die Mikroversicherung auf das Wirtschaftsverhalten der armen Bevölkerung auswirkt. Ziel der Einbeziehung dieses neuen Gesichtspunktes war es, einen noch größeren Adressatenkreis führender Vertreter aus Wirtschaft und Lehre zu erreichen.

Eine Kernbotschaft aus dem Grußwort des senegalesischen Präsidenten an die Konferenzteilnehmer lautete: „Mikroversicherung kann unseren Ländern helfen, die Armut zu bekämpfen, und sich gleichzeitig auch für die Versicherer lohnen“. Dafür sei es aber erforderlich, Wissen und Erfahrungen auf dem Gebiet der Mikroversicherung noch stärker zu bündeln, so das Fazit.

Laut einer neuen Studie im Auftrag der Microinsurance Innovation Facility zur Mikroversicherungslandschaft in Afrika, deren Ergebnisse auf der Konferenz vorgestellt wurden, dominieren auf dem afrikanischen Markt vor allem preisgünstige Lebensversicherungen zur Absicherung von Bankdarlehen bei Tod des Kreditnehmers. In weiten Teilen des Kontinents spielt die Mikroversicherung jedoch weiterhin kaum eine Rolle. Bei den bestehenden Policen handelt es sich überwiegend um Lebensversicherungen, auf die Bereiche Gesundheit, Landwirtschaft und Sachversicherung entfällt nur ein Bruchteil. Dabei besteht durchaus Bedarf. „Ende 2008 waren über 14 Millionen Arme versichert“, so Craig Churchill, Vorsitzender des Microinsurance Network. Gegenüber 2005 ist das ein Anstieg um 80 % – trotzdem hat man damit erst 3,5 % von 400 Millionen potenziellen Kunden erreicht.

„Der vergessene Kontinent ist Afrika aber nicht mehr“, so Dirk Reinhard, stellvertretender Geschäftsführer der Münchener Rück Stiftung und Vorsitzender des Organisationskomitees der Konferenz. Ein Viertel der Konferenzteilnehmer kam aus dem privaten Versicherungssektor. Die Mikroversicherung wächst und verbreitet sich schnell.

Ein Höhepunkt der diesjährigen Konferenz war ein Workshop, der sich speziell dem Thema widmete, welche Hindernisse für die Mikroversicherung auf regulatorischem Gebiet bestehen. Veranstalter waren die International Association of Insurance Supervisors (IAIS), das von der GTZ neu ins Leben gerufene Netzwerk “Access to Insurance Initiative” (aii), sowie das Microinsurance Network. Die 80 Teilnehmer, darunter auch Vertreter von Aufsichtsbehörden, kamen aus 20 verschiedenen Ländern.

Für die teilnehmenden Aufsichtsvertreter stand das Ziel im Vordergrund, die regulatorischen, aufsichtsrechtlichen und politischen Rahmenbedingungen für die Mikroversicherung zu verbessern. Sie hatten Gelegenheit, sich über die verschiedenen nationalen Lösungsansätze auszutauschen und die besonderen Problematiken der jeweiligen Rechtssysteme zu schildern. In Afrika gibt es eine Vielzahl informeller Anbieter, und auch zugelassene Versicherer interessieren sich zunehmend für einkommensschwache Zielgruppen. Die Teilnehmer waren sich daher einig, dass Aufsichtsregeln erarbeitet werden müssen, um die Entwicklung kostengünstiger, unkomplizierter, transparenter und verbraucherfreundlicher Produkte und Services für dieses Segment zu fördern.

Seit der Gründung des Microinsurance Network im Jahr 2002 ist die Zahl der Entwicklungs- und Versicherungsexperten, die versuchen, der Mikroversicherung trotz zahlreicher Schwierigkeiten zum Durchbruch zu verhelfen, rasant gestiegen. 2005 hatte die Münchener Rück Stiftung getreu ihrem Motto „Vom Wissen zum Handeln“ gemeinsam mit dem Microinsurance Network die erste internationale Konferenz einberufen, um die Mikroversicherung zu propagieren. Inzwischen hat sich die jährliche Internationale Mikroversicherungskonferenz zu einem Vorzeigeprojekt der Stiftung entwickelt. Von Jahr zu Jahr nimmt die Internationalität der Veranstaltung zu – ebenso wie die Resonanz, die sie in der traditionellen Versicherungswirtschaft und in der Politik erzielt.

Mit den künftigen Herausforderungen befasst sich nicht nur das Microinsurance Network, sondern auch die nächste Internationale Mikroversicherungskonferenz, die vom 9.–11. November 2010 in Manila auf den Philippinen stattfindet. Die Münchener Rück Stiftung und das Microinsurance Network hoffen, dass die Zahl der Teilnehmer weiter wächst, damit das Wissen über die Mikroversicherung die Beachtung findet, die es verdient. Nur dann gelingt die Umsetzung in die Praxis, damit sich arme Bevölkerungsgruppen besser gegen Risiken absichern können.

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