Das SOS-Kinderdorf Tacloban ist schwer beschädigt, aber die Häuser stehen teilweise noch.
Die ersten Hilfslieferungen kommen bei den Menschen in Tacloban an.

Taifun „Haiyan“ verwüstet die Philippinen

Die Münchener Rück Stiftung hilft in Tacloban

Haiyan war einer der stärksten Taifune aller Zeiten. Mit Windgeschwindigkeiten von über 300 Stundenkilometern fegte der Sturm Anfang November über die Philippinen hinweg und zog eine Spur der Verwüstung nach sich. Mehrere Millionen Menschen verloren ihr Zuhause. Die Münchener Rück Stiftung fördert ein Hilfsprojekt der SOS Kinderdörfer in der Großstadt Tacloban, die besonders hart getroffen wurde.

Die Provinzhauptstadt Tacloban gleicht in weiten Teilen einem Trümmerfeld. In den Außenbezirken liegt ein SOS Kinderdorf, das ebenfalls in Mitleidenschaft gezogen wurde. Als Haiyan die Stadt traf, konnten sich die Menschen im SOS-Dorf aber rechtzeitig in Sicherheit bringen, so dass keine Toten zu beklagen waren. Die Kinder verharrten nach dem Sturm gemeinsam mit Helfern stundenlang verängstigt auf den Dächern der Häuser. Direktor Oscar Garol beschreibt die Gebäude als schwer beschädigt, er ist aber erleichtert, dass nur wenige Menschen im Kinderdorf zu Schaden kamen. Da die Häuser nicht eingestürzt waren, steuerten nach dem Sturm viele Betroffene aus der Region das SOS-Dorf an. Menschen, die alles verloren haben, hoffen hier auf Hilfe. Emily Torculas, Direktorin eines weiter entfernten Kinderdorfes, sprach von einer „Arche Noah“ inmitten der Verwüstung.

Schritt für Schritt: Nothilfe für die Philippinen
Nahrung, Wasser, Kleidung und Medikamente sind nun die wichtigsten Dinge, die die Menschen schnell benötigen. Mittlerweile wird Hilfe organisiert: Vom SOS-Standort Cebu auf der Nachbarinsel werden größere Lieferungen auf den Weg gebracht. Hier ist die Infrastruktur glücklicherweise noch weitestgehend intakt und es können die wichtigsten Güter beschafft  werden. Derzeit erhalten 600 Familien und Angehörige Unterstützung in Tacloban. Die Nothilfe wird kontinuierlich ausgebaut, um noch mehr betroffene Familien zu erreichen. Die Münchener Rück Stiftung finanziert einen Teil der Soforthilfsmaßnahmen, um Trinkwasser und dringend benötigte Medizin nach Tacloban zu bringen.

Parallel zu den Soforthilfemaßnahmen werden bereits erste Schritte für  langfristiges Risikomanagement organisiert. Im Mittelpunkt steht dabei nicht nur das SOS-Kinderdorf, auch der Wiederaufbau der Häuser in der Nachbarschaft ist Teil der Planungen. Die Nothilfe muss in bessere Risikoprävention für die Zukunft münden. Diesen Anspruch können die SOS-Kinderdörfer erfüllen, denn die Organisation ist schon lange im Land tätig. Nachhaltigkeit ist hier oberstes Gebot.

Die Lage der Menschen in vielen Gebieten der Philippinen ist weiterhin sehr ernst, die Verteilung der Hilfsgüter eine große Herausforderung. Umso wichtiger ist es, effiziente Hilfsmaßnahmen umzusetzen und zu unterstützen. Wenn im ganzen Katastrophengebiet Stützpfeiler wie die „Arche Noah“ entstehen, können die Menschen wieder Hoffnung schöpfen.



CB, 20. November 2013