Die Wasseraufbereitungsanlagen als sozialer Treffpunkt
Gerade für Kinder ist sauberes Trinkwasser besonders wichtig

Nothilfe für Haiti

Die Münchener Rück Stiftung und Munich Re fördern gemeinsam ein Wasserhilfsprojekt von "Aktion Deutschland Hilft" und "arche noVa". Das Ziel: Bereitstellen von sauberem Trinkwasser für die vom Erdbeben betroffenen Menschen.

Am 12. Januar 2010 erschütterte ein schweres Erdbeben den Karibikstaat Haiti. 80 Prozent aller Gebäude in der Hauptstadt Port-au-Prince und in der westlichen Umgebung überstehen die Erdstöße nicht. Unter den Trümmern sterben mehr als 200.000 Menschen. "arche noVa e.V.", eine Hilfsorganisation im Verbund „Aktion Deutschland Hilft“ (ADH), hat unmittelbar nach dem Erdbeben sechs Mitarbeiter und zwei Trinkwasseraufbereitungsanlagen in das Katastrophengebiet geschickt. Das Ziel: Humanitäre Soforthilfe und vor allem das Bereitstellen von sauberem Wasser.

Die Münchener Rück Stiftung und Munich Re entscheiden sich, gemeinsam das Soforthilfeprojekt von arche noVa zu fördern. Zahlreiche Mitarbeiter unterstützten das Projekt durch Spenden. Seit Mitte Januar 2010 arbeitet die Hilfsorganisation arche noVa in der Stadt Leogane (134.000 Einwohner, 35 Kilometer südwestlich von Port-au-Prince). Dort installieren Techniker eine Umkehr-Osmose-Trinkwasseraufbereitungsanlage, die ein Feld-Krankenhaus und das benachbarte Flüchtlingslager mit täglich 5.000 Liter frischem Trinkwasser versorgt. Zusätzlich errichtet das arche-noVa-Team auf dem Gelände des Krankenhauses sanitäre Anlagen. Inzwischen sichern ein Brunnen und Leitungssysteme langfristig die Wasserversorgung für Patienten, Ärzte und Flüchtlinge.

Die zweite Trinkwasseraufbereitungsanlage (TWA) wurde in Carrefour installiert. Carrefour, direkt neben der Hauptstadt Port-au-Prince gelegen, ist mit 500.000 Einwohnern die zweitgrößte Stadt Haitis. Geprägt von Elendsvierteln, Kinderarbeit und hoher Kriminalität, galt die Stadt bereits vor dem Erdbeben als "No-Go-Area". Enge Gassen und schmale Schotterpisten erschweren den Weg für Hilfslieferungen. Die Bewohner warteten tagelang händeringend auf sauberes Trinkwasser. Wir helfen arche noVa den Menschen dort das so dringend benötigte Wasser zu bringen.

Im zweiten Projektschritt konzentriert sich die Arbeit auf Petit-Goâve. Die Küstenstadt liegt 60 Kilometer westlich von Port-au-Prince. Hier befanden sich die Epizentren der Beben, die weite Teile der Stadt und der benachbarten ländlichen Gemeinden zerstörten. Die Erschütterungen waren so kräftig, dass der Strand an etlichen Stellen stark absackte. In enger Kooperation mit den Bündnispartnern von ADH arbeitet arche noVa an der Vorbereitung eines umfassenden Versorgungskonzepts für Petit-Goâve. Mitte Februar werden die beiden TWAs von arche noVa in demVorort Petit-Guinée errichtet und deckten dort den Wasserbedarf von mehr als 4.000 Menschen. Als Quelle dient ein stark verschmutztes Rinnsal.

Schon nach kurzer Zeit entwickelt sich die Wasserabgabestelle zum sozialen Treffpunkt. Hygieneschulungen und die Verteilung von Hygieneartikeln verbessern die Lage der Menschen ebenfalls. Ziel ist es nicht nur einwandfreies Trinkwasser zur Verfügung zu stellen, sondern auch den verantwortungsbewussten Umgang mit dem Lebensmittel Nummer eins zu fördern. Mit finanzieller Förderung durch die Münchener Rück Stiftung und Munich Re kann die Versorgung der betroffenen Menschen effizient und langfristig aufrechterhalten werden.