Mühsame Handarbeit: Die Masten der Nebelnetze werden aufgestellt
Erfolg: Der erste Doppelkollektor in Nefasit ist einsatzbereit

Projektbesuch in Eritrea: Die ersten Nebelnetze stehen

Nachdem die ersten zehn Nebelnetze in Nefasit, 25 Kilometer von der Hauptstadt Asmara entfernt, aufgebaut wurden, läuft die erste Phase des Projekts „Nebelnetze Eritrea“ Ende April aus. In der zweiten Phase steht die Verbesserung der Wasserversorgung in Arberobue auf dem Programm. Vom 5. bis 10. März 2007 reisten Kerstin Anker von der Wasserstiftung aus Ebenhausen, die das Projekt initiiert hat, Brigitte Saar vom ZDF und Dirk Reinhard von der Münchener Rück Stiftung nach Eritrea, um sich ein Bild von der Lage zu machen.

Besuch bei der lokalen Partnerorganisation
Vision Eritrea, der Projektpartner vor Ort, betreut Gesundheits-, Ernährungs- und Wasserprojekte im ganzen Land. Der Organisation gehören gut ausgebildete Experten an, die auf eine solide Infrastruktur zurückgreifen können. Doch auch Vision Eritrea hat mit den ungünstigen Rahmenbedingungen, etwa der Rationierung von Dieseltreibstoff und bürokratischen Hemmnissen, zu kämpfen. Die machten uns ebenfalls zu schaffen, da wir auf die Reisegenehmigungen warten mussten, ohne die wir die Hauptstadt nicht verlassen durften. Zudem waren die seit sechs Wochen beim Zoll liegenden Nebelnetze noch nicht freigegeben. Im Water Department von Eritrea, das das Projekt unterstützt, kennt man die Probleme, weiss aber auch um die Bedeutung der Nebelnetze: „Eine Region mit 800.000 Einwohnern könnte davon profitieren“, sagt Ghebremedhin Mehreteab, ein Mitarbeiter der Behörde. Seiner Intervention war es schließlich zu verdanken, dass die Reisegenehmigungen ausgestellt werden und der Zoll die Netze freigibt.

Die Lage in Nefasit
Nefasit mit seinen 3000 Einwohnern liegt auf etwa 1700 m Höhe an der Hauptstrasse zum Küstenort Massawa. Die Wasserstelle befindet sich ca. 1 km außerhalb des Ortes, und wie überall übernehmen meist Kinder und Jugendliche das Wasserholen. Das mit den Nebelnetzen gewonnene Wasser wird der örtlichen „Debre-Bizen Elementary, Junior & Senior Sec. School“ zugute kommen, die über keinen Wasseranschluss verfügt. „Wir sind sehr gespannt, endlich die ersten Resultate des Nebelprojekts zu sehen“ erklärt Tesfamariam Asfaha, Direktor der Schule mit rund 1100 Schülern. Viele Klassen haben den Aufbau der Kollektoren mit vorbereitet, haben Löcher für die Verankerungen gegraben und Material den Hügel hochgeschleppt.

Handarbeit gefragt
Etwa 15 Personen, darunter auch Arbeiter aus dem Ort, sind am Aufbau beteiligt, die Frauen haben die Netze zugeschnitten und genäht. Ingenieur Tseggai Teklemariam von Vision Eritrea und Virginia Carter von der kanadischen Organisation Fogquest, die die Netze entwickelt hat, überwachen den Aufbau. Nur mit Muskelkraft werden die schweren, sechs Meter langen Masten, an denen später die Netze befestigt werden, den Berg hinaufgetragen. Starker Wind gestaltet das Einhängen der 40 m2 großen Netze zu einem gefährlichen Unterfangen. Doch am letzten Tag unseres Aufenthalts ist es soweit: Die ersten beiden Nebelnetze stehen. „Wir haben schon viele Kollektoren erfolgreich aufgebaut. Eritrea ist sehr vielversprechend, trotz der Schwierigkeiten“ sagt Virginia Carter. Eine Woche später ragen bereits sieben Kollektoren in die Höhe, und Ingenieur Tseggai ist zuversichtlich: „Bis Ende März haben wir auch das Rohrsystem fertig und die Tanks angeschlossen“.

Zweite Projektphase
> mehr