Die Netze versorgen 1000 Schüler aus der Region mit frischem Trinkwasser.
An sieben Standorten wurden Nebelkollektoren aufgestellt.

Nebelnetze Tansania – Sauberes Wasser für Schulkinder

Wie lässt sich aus Nebel und Tau Trinkwasser gewinnen? In Gebieten mit hoher Luftfeuchtigkeit können Nebelkollektoren einen wertvollen Beitrag leisten. So auch in Tansania. Die deutsche Organisation p(e)d world baut seit 2009 im Hochland von Babati Nebelnetze auf. Und das mit großem Erfolg. Wir unterstützen das Projekt seit 2013.

Rund 200 Kilometer südwestlich des Kilimanjaro sind die Voraussetzungen ideal. Nahe der großen Nationalparks Serengeti und Tarangire eignen sich die klimatischen und topographischen Rahmenbedingungen bestens zur Wassergewinnung mit Nebelkollektoren. Über mehreren Salzseen – teilweise größer als der Bodensee –  bildet sich Nacht für Nacht starker Nebel, der je nach Intensität im Lauf des frühen Vormittags wieder komplett der Sonne weicht. Neben diesen Salzseen sorgt ein Bergrücken entlang der afrikanischen, kontinentalen Bruchkante für thermische Winde, die den Nebel über das Hochland treiben.

Bereits seit 2008 betreuen Bernhard Küppers und Christina Bösenberg, beide Gründungsmitglieder des Vereins p(e)d world e.V., Schulprojekte vor Ort und wurden dabei auf die großen Probleme bei der Wasserversorgung aufmerksam. Klassischer Brunnenbau ist nicht möglich, da die Siedlungen auf einer Hochebene in über 2000 Metern Höhe liegen. Kinder – vor allem Mädchen - müssen tagtäglich mehrere Stunden laufen, um Wasser meist schlechter Qualität zu holen. Es ist zum Teil verschlammt und muss immer abgekocht werden.

Projektstart nach vielversprechenden Tests
Den Anfang machten kleine Testkollektoren, die p(e)d world 2009 an zehn Standorten installierte. Die Ergebnisse waren sehr zufriedenstellend und der Aufbau von großen Nebelnetzen konnte beginnen. So entstanden an zwei Schulen in Qameyu und Umagi mehrere große Doppelkollektoren mit einer Netzfläche von jeweils 80 Quadratmetern. Sie versorgen mehr als 600 Schüler nahezu vollständig mit Trinkwasser. Die Spitzenwerte in Qameyu liegen oft sogar bei über 30 Liter pro Quadratmeter Netzfläche.

Natürlich geht es nicht ohne Unterstützung vor Ort: Ochieng Anudo leitet eine kleine tansanische Nichtregierungsorganisation. Er kümmert sich um Formalitäten mit Behörden, informiert die Bevölkerung und koordiniert die tansanischen Arbeiter beim Aufbau der Netze. Auch Schüler und Lehrer sind immer beteiligt, denn es hat sich gezeigt, dass gerade Schulen ideale Standorte sind: Die Lehrer erfassen zuverlässig wichtige Messdaten, bringen Kleinigkeiten an den Kollektoren in Ordnung und beziehen die Schüler in die Überwachung der Anlagen ein. Das Wasser wird in Tanks an den Netzen gesammelt, herausgeschöpft und zur Schule getragen. Jede Woche sind andere Kinder zum Wasserdienst eingeteilt.

Großer Bedarf in der Region
Der Erfolg von Qameyu und Umagi sprach sich schnell herum. Immer mehr Schulen in Babati wollten in das Projekt mit einbezogen werden. Mit finanzieller Unterstützung der Münchener Rück Stiftung  konnte p(e)d world seit Ende 2013 fünf weitere Doppelkollektoren an drei Schulen aufbauen. Sie versorgen über 1000 Schüler mit Trinkwasser. Zwei weitere Nebelnetze wurden in der Gemeinde Daraja la Mungo installiert. Ein Novum für p(e)d world: In dieser Gemeinde leben weit über 1000 Menschen, zum Teil in einfachsten Lehmhütten und verstreut über mehrere Quadratkilometer. Anders als an den Schulen sind hier ein sogenannter Village Executive Officer und ausgewählte Personen in der Gemeinde für die Pflege der Netze zuständig.

Die Organisatoren von p(e)d world  wollen Anfang 2015 die nächsten drei Doppelkollektoren an größeren Schulstandorten installieren. Die Teststandorte sind bereits ausgewählt, auch in den Nachbargemeinden Tumati oder Monghai. Zwei bis fünf Liter Trinkwasser pro Tag benötigt ein Schüler im Durchschnitt. Mit einem Doppelkollektor können rund 100 Kinder mit sauberen Wasser versorgt werden. Für die Schüler eröffnen sich weitere Vorteile: Sie haben  mehr Freiraum zum Lernen, mehr Zeit für sich und ein verantwortliches Leben.

CB, MM, 4. Dezember 2014

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